Winter

Gefrorne Erde

Die Saat ging nicht auf

Der Spiegel ist zerbrochen

ein Leben ging zuende

Weit und breit keine Kraft
Rückzug Trauer Enttäuschung Verbitterung Scheitern

So viele Fehler?

Das Leben gab sein Feedback
Kein Herz kann sich öffnen

Bewegen zu mühsam

Starre

.

Glitzern

test

 

Du siehst, ich will viel.
Vielleicht will ich Alles:
das Dunkel jedes unendlichen Falles
und jedes Steigens lichtzitterndes Spiel.

Es leben so viele und wollen nichts,
und sind durch ihres leichten Gerichts
glatte Gefühle gefürstet.

Aber du freust dich jedes Gesichts,
das dient und dürstet.

Du freust dich Aller, die dich gebrauchen
wie ein Gerät.

Noch bist du nicht kalt, und es ist nicht zu spät,
in deine werdenden Tiefen zu tauchen,
wo sich das Leben ruhig verrät.

Rainer Maria Rilke, 22.9.1899, Berlin-Schmargendorf
Das Stundenbuch

Monsterrunde

Ich setz mich an den Tisch 

Mit allen meinen Monstern

Ich kann sie nicht loswerden 

Seit Jahren renne ich davon

Aber sie folgen mir überall hin

Es ist zwecklos
Deshalb füttere ich sie jetzt

rede mit ihnen 

Und schaue sie mir liebevoll an

Ob sie nicht doch

Papiertiger sind?

Biegsames Gras sein

All deliberate effort to improve anything in life, cannot but end up in self-contradiction.

Absolutely no effort is necessary to live life fully.

It is like floating with the current or rolling with the punch — while the sturdy oak gets pulled down by the storm, the pliant grass remains supple and swaying.

Ramesh Balsekar

Verlust

​Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. 

Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. 

Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, dem gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt.

Rainer Maria Rilke, Brief an Friedrich Westhoff, 29. April 1904
Rilke Projekt

Ego is a demanding machine

​We look to everything in life to make us happy, not realizing that happiness is actually at our very core. It’s natural to our being. There’s no way to become happy. We simply need to stop doing the things that make us unhappy. One of the ways that we make ourselves tremendously unhappy is through making demands of ourselves and each other.

Is this really an expression of love? Is this ultimately what we want? Do we really want everyone around us to be changing to make us happy? Do we really want to be that kind of a tyrant? Does that really speak to our deepest heart, to the love that we all have inside?
Adyashanti, aus „Falling into Grace“

Wir wagten nicht zu träumen

 

Thomas Merton, der Trappistenmönch, fragte während der Apollozeit: „Was erreichen wir durch das Fliegen zum Mond, wenn wir nicht in der Lage sind, die Schlucht zu überqueren, die uns von uns selbst fernhält?“ 

Thomas Merton schrieb auch über Kriege unter Heiligen, und dass „es eine allgegenwärtige Form von Gewalt gibt, welcher der Idealist leicht ausgeliefert ist: Aktivismus und Arbeitsüberlastung. Der Rausch unseres Aktivismus neutralisiert unsere Arbeit für Frieden. Er zerstört unser eigenes, inneres Potenzial für Frieden.“ Allzu oft werden aus unseren Träumen diese aufgespalteten Fixierungen auf eine Zukunft,dadurch wird unsere Fähigkeit zerstört, in unserem heutigen Leben präsent zu sein. Unsere Träume für ein besseres Leben für Menschen der Zukunft oder für Menschen in einem anderen Land entfremden uns von dem wundervollen Menschen, der in diesem Moment neben uns sitzt.

Das ist nur der Preis für den Fortschritt, sagen wir. Du kannst zum Mond fliegen oder ein stabiles Familienleben haben. Aber wir können nicht gleichzeitig in beiden Dimensionen träumen. Wir streben nicht mehr als Stabilität an, wenn es um unser emotionales Leben geht. Weshalb unsere Technologie, um miteinander zu kommunizieren, nach oben geschossen ist, aber unsere Fähigkeit einander zuzuhören und einander zu verstehen, keine Fortschritte gemacht hat. Unser Zugriff auf Informationen ist ins Unermessliche gestiegen, unser Zugriff auf Glück, ist auf Grund gelaufen. Die Idee, dass sich unsere Gegenwart und unsere Zukunft gegenseitig ausschließen, dass wir um unser Potenzial zu erfüllen, unser tiefgründiges Pontezial zu sein aufgeben müssen, dass die Zahl der Transistoren im Schaltkreis verdoppelt werden kann, aber unsere Kapazität für Mitgefühl, Menschlichkeit, Gelassenheit und Liebe irgendwie begrenzt ist, ist eine falsche und erstickende Wahl.

Ich schlage nicht nur die wenig reizvolle Idee einer besseren Work-Life-Balance vor. Was nützt es, wenn ich mehr Zeit mit meinen Kindern zu Hause verbringe, wenn mein Kopf woanders ist? Ich spreche noch nicht einmal von Achtsamkeit. Achtsamkeit ist auf einmal ein Werkzeug geworden, um Produktivität zu steigern.

Ich spreche über das Träumen, mutig im Rahmen unserer selbst, wie wir es in der Industrie und Technologie schon tun. Ich spreche von kühner Authentizität, die es uns erlaubt miteinander zu weinen,eine heroische Bescheidenheit, Masken abzunehmen und wir selbst zu sein. Es ist unsere Unfähigkeit zusammen zu sein, unsere Angst miteinander zu weinen, die so viele Probleme hervorruft, die wir verzweifelt zu lösen versuchen, beim Reformstau angefangen bis zur wirtschaftlichen Unmenschlichkeit.

Ich spreche von der Epoche B, wie Jonas Salk sie nannte. Eine neue Epoche, in der wir genauso begeistert, neugierig und wissenschaftlich über die Entwicklung unserer Menschheit sein werden, wie über die Entwicklung unserer Technologie.

Wir sollten vor dieser Möglichkeit nicht zurückschrecken, nur weil wir sie nicht wirklich verstehen. Es gab eine Zeit, in der wir den Weltraum nicht verstanden. Oder da wir mehr an Technologie und Aktivismus gewöhnt sind. Das ist die Definition in einer Komfortzone festzusitzen. Heutzutage stellen wir uns leicht undenkbare technische Erfolge vor. Im Jahr 2016 ist es die Dimension wir selbst zu sein, die nach ihrem fairen Anteil unserer Vorstellungskraft schreit.

Wir sind jetzt alle hier, um zu träumen, aber wenn wir mal ehrlich sind, folgt jeder von uns seinem eigenen Traum. Man liest Namensschilder, um zu sehen, wer einem mit seinem Traum helfen kann, und sieht manchmal direkt durch einen anderen Menschen hindurch. Mit dir kann ich gerade nichts anfangen, ich habe eine Idee um die Welt zu retten. Stimmts?

Ich denke, wir haben am meisten Angst davor, dass wir keine Möglichkeit bekommen, unser wahres Potenzial zu erfüllen, dass wir zum Träumen geboren sind und dass wir sterben könnten ohne jemals die Chance gehabt zu haben.

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der wir einfach diese tiefe, existenzielle Angst in einander erkennen und uns gegenseitig mutig lieben, denn wir wissen, dass diese Angst ein Teil unserer menschlichen Existenz ist. Es ist an der Zeit, dass wir gleichzeitig in verschiedenen Dimensionen träumen, und da wo es all die erstaunlichen Dinge übersteigt, die wir tun können und tun müssen, liegt das Gebiet der unglaublichen Dinge, die wir sein könnten.

 

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